Wir werden von der Natur reich beschenkt. Aber wir können als Mensch auch positiv beitragen, klug eingreifen und gestalten. Wir können Fülle und Lebendigkeit in Garten und Landschaft weiter fördern. Die Handsense ist dabei ein geniales Werkzeug.
Seit Anfang 2023 arbeite ich hauptberuflich mit der Sense in der Landschaftspflege und mähe einige Hektar Naturschutzflächen, Hausgärten, Streuobstwiesen, etc. Dabei lerne ich viel dazu und gebe meine Erfahrungen in Sensenkursen weiter. Denn ich bin von diesem sanften, wie effektiven Werkzeug überzeugt und sehe viel Potenzial für neue Einsatzgebiete. Meine intensive Beschäftigung mit technischen und ergonomischen Aspekten der Handsense fließt in meine Praxis ein. So arbeite ich mit einer eigens entwickelten Sensen-Bauform, der Einstellsense. Als Biologe bringe ich zudem fachliches Wissen und vor allem Leidenschaft für eine vielfältige und lebendige Umwelt mit.
Philipp Köder
B.Sc. Biologie, M.Eng. Umweltschutz
LOGL-geprüfter Obst- und Gartenfachwart
Haierweg 27a
79114 Freiburg
post(at)sensenschnitt.org
Tel: 0160-4178408
Vor- und Nachteile des Mähens mit der Handsense
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ökologische Wiesenpflege möglich: alle Sinne sind dabei, menschliches Maß an Geschwindigkeit: Sichtbarkeit (Rehkitz rechtzeitigt entdeckt, etc.)
Selektive Mahd, Mosaikmahd, Staffelmahd ist besonders gut möglich
Naturverträglichkeit des Mähprozesses:
geringe Invasivität (Hummelnest wird nur übermäht, etc.), geringe Verluste an Insekten, Wirbeltieren und Co, geringe Bodenverdichtung
glatter Schnitt: schnelles Verheilen und Wiederaustreiben der Pflanzen, geringes Verpilzen der Schnittstellen lässt Heu für Weidetiere deutlich attraktiver werden, als Futter mit zerfaserten „Schnittstellen“
keine Stammschäden an Bäumen
keine schädlichen und störenden Emissionen:
keine Abgase, keine Vibrationen, keine Lärmbelastung, kein Kunststoffabrieb; Wichtig für Personal und Umgebung! (keine gesundheitsschädlichen Vibrationen: Hand-Arm-Vibrationssyndrom, Weißfingerkrankheit)
Klima- und ressourcenfreundlich:
mäht mit einem Bruchteil der Leistung einer Motorsense vergleichbar schnell!
Naturerlebnis: Mit allen Sinnen in Umwelt eintauchen
ohne Störung durch Lärm, Vibration, Abgas
Flächenleistung vergleichbar oder schneller der einer Motorsense/ eines Freischneiders (i.d.R. 2 bis 6 Ar/ h)
Nutzbar von kurzem Rasen bis zum Roden von Brombeerdickichten und Heckenschnitt
Geringe Unterhaltskosten
Keine schwere Schutzausrüsung nötig
–> Arbeiten im Sommer – Schwitzen…
Im Verkehrsraum kein weiteres Personal nötig (kein Tragen von Schutzmatten gegen Steinschlag)
Keine Verschmutzung durch Hundekot und Co durch schnell rotierende Teile (Aerosolbildung, Spritzwirkung…)
Leicht: Transport mit dem Fahrrad möglich!
Konviviales Werkzeug/ Low-Tech:
Reparierbarkeit, Übersichtlichkeit, Langlebigkeit, menschliches Maß
–> macht nicht abhängig und hilflos, keine „Blackbox-Technik“
Direktes Feedback und Selbstwirksamkeitserfahrungen
–> kein Gefühl, ein Maschinenknecht zu sein
geschicklichkeitsfördernd; Ermächtigend durch Lern- und Erfahrungsräume (u.a. das eigene Werkzeug beherrschen, erschaffen, in Stand halten)
Fitness und Körpergefühl
gesundheitsfördernde Bewegungen in moderater, körperschonender Belastungsintensität
Macht im Team besonders Freude
geringe Flächenleistung im Vergleich zu Rasen-, Wiesenmäher oder Balkenmäher
Sehr verletzliche Schneide!
Probleme bei fremdkörperreichen Flächen (Steine, Äste, Wurzelstöcke, Gehölztriebe, Flaschen, etc.)
gewisse Hürden beim Erlernen:
Mähtechnik, Pflege&Schärfen, Einschätzung des günstigen Mähzeitraumes, etc.
Erfahrung und Kenntnisse notwendig
Überlastung von Fingergelenken (Handarbeit!), der Lendenwirbelsäule, des Schultergelenks (am Schubarm), etc. im professionellem Einsatz bei Nichtbeachtung körperschonender Techniken bzw. ohne Ausgleichsübungen oder bei einem Übermaß möglich
Je nach Mähsituation sehr unterschiedlich in körperlicher Anforderung und Aufwand
–> Taufeuchter, junger Aufwuchs vs. überständiger, niederliegender, trockener Aufwuchs…
Teilweise geringes Zeitfenster bezüglich günstigem Einsatzzeitpunkt (Taufeuchte, Vegetationszustand)
–> hoher Anspruch an Planung und Einschätzung + ggf. dennoch Arbeitspeaks